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Nach der Ausbildung sammeln Erzieher/innen internatinale Erfahrungen im Ausland |
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Meine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin absolvierte ich an der Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern in Nördlingen. Da es von mir schon immer ein Traum war, ein Auslandspraktikum in einem Dritten Welt Land abzuleisten, ergriff ich die Initiative und informierte mich vor Ende meiner Ausbildung über ein geeignetes Projekt. Durch Internetrecherchen kam ich auf die Internetseite von Praktikawelten, eine Organisation, die ihren Sitz in München hat. Bei der großen Auswahl an Projekten bei Praktikawelten entschied ich mich für ein Projekt im Bereich Sozialwesen in Ghana. Während meines dreimonatigen Aufenthaltes war ich in einer Kindertagestätte mit dem Namen „New Dimension School“, die direkt in Accra (Hauptstadt von Ghana) ist, tätig. Die Kindertagestätte besteht aus drei Gruppen, für Kinder zwischen einem und sechs Jahren. Ich war in der Gruppe mit den Kleinsten tätig (1-2 jährige). Anfangs war die Arbeit für mich sehr schwierig, da in Ghana sehr extreme Erziehungsmaßnahmen angewandt werden. Besonders schockierend fand ich beispielsweise die „Stockmethode“. Jede Erzieherin dort bewegt sich den ganzen Tag nur mit einem Stock, den sie den Kindern häufig spüren lässt. Mein Tagesablauf gestaltete sich wie folgt. Morgens wurden die Kinder von ihren Eltern in die Kindertagestätte gebracht. Ab halb 9 fand mit allen Kids das Assembly statt, bei dem die Kinder gemeinsam gesungen, gebetet und getanzt haben. Danach, ca. um 9.00 Uhr, ging jedes Kind in seine Gruppe, wo dann unterrichtet wurde. Der Unterricht in meiner Gruppe bestand darin, dass die Kids das Alphabet, Zahlen von 1 – 10, geometrische Formen etc. lernen mussten. Ich fand dies sehr extrem für 1 bis 2–jährige Kinder. Es wurde auch nicht spielerisch, sondern nur durch auswendig lernen gelehrt. Der Unterricht fand auf Englisch statt, da dies die Landessprache in Ghana ist. Es gibt zwar viele Stammessprachen, die aber nicht in der Kindertagestätte, in der ich gearbeitet habe, gesprochen werden. Während die Kids unterrichtet wurden, war ich für sie da und unterstützte die Kinder, die häufig meine Nähe, Wärme und Geborgenheit suchten, da die emotionale Ebene häufig bzw. meisten viel zu kurz kommt. Von 10.30 bis 11.00 Uhr fand die Frühstückspause statt. Dort half ich den Kids beim Auspacken und Herrichten der Mahlzeiten und unterstütze sie beim Essen. In der Zeit nach der Frühstückspause (11.00 – 12.30 Uhr) nutzte ich die Zeit, mit den Kindern verschiedene Aktivitäten durchzuführen. Beispielsweise das Gestalten von Steckbriefen mit Handabdrücken, Falten von Drachen, Seifenblasen erstellen, Spielen mit einem Luftballon, etc. Ich bemerkte häufig, wie begeistert die Kids bei den Aktivitäten waren, da sie beispielsweise noch nie Seifenblasen gesehen hatten. Es war für mich sehr beeindruckend, die strahlenden Kinderaugen zu sehen. Das sind für mich unbeschreiblich schöne Momente gewesen, an die ich bestimmt noch sehr lange denken werde. Um 12.30 Uhr gab es für alle Kinder Mittagessen, welches in der Einrichtung zubereitet wurde. Ich unterstützte die Mitarbeiter bei der Ausgabe des Mittagessens und half den Kindern beim Essen. Nach dem Essen mussten sich die Kinder auf kleine Teppiche auf den Fußboden legen und schlafen. Ich finde, dass mein dreimonatiger Aufenthalt in Ghana eine besondere und sehr intensive Zeit war, die mich beruflich und auch privat sehr geprägt hat. Deshalb würde ich jedem einen solchen Auslandsaufenthalt empfehlen, da ich nun viele Dinge, Momente und Situationen mit anderen Augen betrachte. Auch wenn ich in den drei Monaten nichts verdient habe und für alles, sprich Unterkunft, Flug, Visum, Verpflegung … selbst aufkommen musste, hat es sich meiner Meinung nach sehr gelohnt, denn meine Erfahrungen und Eindrücke kann mir keiner mehr nehmen und sind mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.
Eva Bauer
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Christine Würth berichtet aus Indien |
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Bangalore - Indien Kurzzeiteinsatz in einem Mädchenheim in Indien
Überraschung ist ein Wort, das sehr gut zu Indien passt. Schon allein, dass ich in Indien gelandet bin und nicht in Russland oder Rumänien, wie ich eigentlich vor hatte, war eine Überraschung. Und hier erlebt man ständig Überraschungen, denn man kann den Tag noch so gut planen – es kommt immer anders, als man denkt! Ich hoffe, euch einen guten Einblick in meine Erfahrungen und Tätigkeiten zu geben und vielleicht Lust auf eine überraschende Reise nach Indien zu wecken. Vorbereitung: Auf der Jugendmissionskonferenz in Stuttgart auf dem Killesberg informierte ich mich über Kurzzeiteinsätze im Ausland und sammelte Kontaktadressen. Zuhause nahm ich Kontakt mit einzelnen Organisationen auf und fragte nach Möglichkeiten, einige Monate in einem sozialen Projekt im Ausland mitzuarbeiten. Organisation: Wo ich nun gelandet bin, ist eher privat organisiert, was mir viel schriftlichen Vorbereitungskram ersparte, jedoch musste ich mich um Flug und Visum und sonstige Vorbereitung selbst kümmern. Kosten hatte ich dadurch sehr wenig, da ich nur den Flug und das Visum bezahlen musste. Zusätzlich habe ich noch eine Krankenversicherung abgeschlossen. Essen und Unterkunft bekomme ich hier frei und das Ehepaar, welches das Mädchenheim mit organisiert, kümmert sich, wie Eltern, um mich. KGH-Kollegal Girls Home Kollegal ist ein kleines Städtchen in der Mitte der indischen Südspitze im Staat Karnataka. Die Muttersprache der Einwohner dort heißt Kannada (mit eigenen Schriftzeichen, die aussehen wie eine Mischung aus kyrillisch und chinesisch), aber viele können sich auf Englisch verständigen. Ausländer in Kollegal zu treffen, ist sehr ungewöhnlich. Das Mädchenheim, in welchem ich arbeite, ist etwas außerhalb gelegen. Dazu gehört eine Schule, zu welcher sowohl die Kinder vom Heim als auch von ganz Kollegal kommen. Im KGH leben zur Zeit 59 Mädchen im Alter von fünf bis 18 Jahren, die aus sehr armen und oft kinderreichen Familien kommen. Ihnen wird die Möglichkeit einer guten Schulbildung geboten, damit sie außer Heiraten und Familie gründen auch noch andere Perspektiven haben. Außerdem werden sie in ihrer persönlichen Entwicklung und in der Entfaltung ihrer eigenen Stärken und Fähigkeiten gefördert. Die Mädels sind aufgeteilt in vier altersgemischte Gruppen, drei umfassen 16 Kindern und eine 11 Kindern. Jede Gruppe wird von zwei Hausmüttern beaufsichtigt. Alle Mitarbeiter des Heimes sind Christen, die Pädagogik richtet sich nach christlichen Maßstäben und es wird Wert darauf gelegt, den Mädchen die Grundlagen der Bibel zu vermitteln und ihnen zu helfen, diese in ihr Leben umzusetzen. Obwohl ein großer Teil der Kinder aus Hindu-Familien kommt, nehmen viele die Leitfäden der Bibel für ihr Leben an. Meine Aufgaben: Eine meiner Hauptaufgaben ist es, so etwas wie eine Hausmutter für die Gruppe der elf Mädels zu sein. Das heißt, ihnen zu helfen, sich morgens für die Schule fertig zu machen, mit Schuluniform und der speziellen indischen Haarstyle-Methode mit Kokosnussöl im Haar. Zusätzlich helfe ich beim Duschen und Entlausen, beim Kleider waschen, bei den Hausaufgaben und beim Lernen für die Schule, vor allem in Englisch und Mathematik. Ansonsten habe ich viele, ganz unterschiedliche Aufgaben, die ich mir oft selbst suchen muss, weil mir niemand etwas vorgibt. Aber es gibt immer etwas zu tun und langweilig war es mir noch nie! Zum Beispiel habe ich schon Betten gestrichen und Matten eingeflochten für Mädels, die davor auf dünnen Matten auf dem Boden schlafen mussten. Ich war für die Weihnachtsdekoration mitverantwortlich, bringe zur Zeit einigen Mädchen Gitarre oder Flöte bei und singe, spiele, tanze oder bastle mit ihnen. Oft bin ich auch Ansprechpartnerin für Kinder oder Mitarbeiter bei Problemen und Partner für gemeinsame Gebete. Natürlich ist nicht alles einfach. Die größten Schwierigkeiten habe ich mit der sprachlichen Verständigung, denn nur die älteren Mädchen können etwas Englisch. Effektive pädagogische Methoden anzuwenden klappt oft nicht, da dabei die Sprache eine große Rolle spielt. Es ist auch schwer, jedem Kind soviel Aufmerksamkeit zu schenken, wie es sich das wünscht und wenn mir das nicht gelingt, kommt es vor, dass dieses Kind zwei Wochen lang nicht mit mir redet. Der Umgang mit den Mädels erfordert viel Geduld und Feingefühl. Land und Leute: Zwischen aller Arbeit habe ich immer mal wieder etwas Urlaub und Zeit, um ein bisschen herumzureisen und mehr von Indien zu sehen als das kleine Kollegal. Die Landschaft ist echt atemberaubend schön und die vielen Palmen faszinieren mich! Die Menschen sind super nett, höflich und hilfsbereit. Im Mädchenheim wurde ich aufgenommen wie ein Familienmitglied und fühlte mich gleich willkommen und zuhause. Auch die Leute auf der Straße sind sehr freundlich, offen und immer bereit zu helfen, außer sie wollen etwas verkaufen, dann sind sie eher aufdringlich. Am Meisten beeindruckt mich die Einfachheit, in der diese Menschen leben und trotzdem zufrieden sind. Das Wenige, was sie haben, teilen sie gerne mit Gästen und es macht ihnen Freude, anderen etwas abzugeben. Das Essen ist, wie man es sich vorstellt: Fast immer Reis und immer scharf, auch das Frühstück! Aber man gewöhnt sich daran und ich finds sehr lecker. Fazit: Ein Kurzzeiteinsatz im Ausland ermöglicht es, ganz neue Erfahrungen zu sammeln, einen Einblick in eine ganz andere Kultur und Lebensweise zu bekommen, Schwierigkeiten zu meistern, die eigene Persönlichkeit zu entwickeln und viel über sich selbst zu lernen. Ich machte die Erfahrung, dass Gottes Planung immer besser ist als meine und vor allem als die indische! Indien ist ein faszinierendes Land und auf jeden Fall eine Reise wert!
Christine Würth
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Praktikum in Chile |
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Wir, Melanie Berger, Monja Hämmerle und Melanie Kern, beendeten unsere Ausbildung zur „Staatlich anerkannten Erzieherin“ im August 2007 an der Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern Nördlingen. Zu DRITT wagten wir den großen Schritt nach Chile.
Das Projekt Sternenkinder e.V. wird von einem Verein in Birkhausen (bei Nördlingen) geleitet. Projektträger vor Ort in Chile ist der Verein "Centro educacional Sternenkinder" Wir waren ca. 9 Wochen in einer Schule für behinderte Kinder und Jugendliche tätig und ca. 2 Wochen haben wir das Land bereist.
Die Schule befindet sich in Südamerika – Chile - etwas außerhalb des Ortes Los Angeles. Es ist eine Schule für behinderte Kinder und Jugendliche und derzeit wird sie von ca. 110 Schülern besucht. Es sind insgesamt 16 Lehrer und "Hilfslehrer" für 8 Klassen tätig (Unterricht und Freizeitgestaltung). Es gibt verschiedene Förder- und Basisgruppen, aufgegliedert nach Altersstufen. In der Gärtnerei und Schreinerei werden Jugendliche an unterschiedliche Arbeiten herangeführt. Die Schule besitzt ihre eigenen Tiere (Emus, Lamas, Ponys...), es findet Reittherapie sowie eine Zootherapie statt. Die Schule bemüht sich um eine Integration der älteren Schüler ins Berufsleben, sie besuchen regelmäßig Betriebe in der umliegenden Gegend und arbeiten dort mit. Eine Sozialarbeiterin besucht die Familien der Kinder zu Hause und steht beratend / unterstützend zur Seite. Wir hatten Einblick in alle Klassen und Bereiche der Einrichtung. Es ergaben sich viele Beobachtungen und wir bereiteten mit den Lehrkräften den Unterricht vor. Zudem nahmen wir an vielen Festen und Feiern teil. Finanziell hatten wir die Kosten für Flug, Miete und Verpflegung selber zu tragen. Die Verpflegung in der Einrichtung war gratis.
Einblicke in eine andere Welt zu bekommen, Erfahrungen zu sammeln, andere Kulturen und differenzierte pädagogische Arbeitsweisen kennen zu lernen waren unsere Zielsetzung. Nach der langen, 5-jährigen Ausbildung, sahen wir den besten Zeitpunkt das Experiment in Chile zu wagen.
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Katja Friedly berichtet aus Irland |
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Au pair in Irland Seit Mitte August bin ich als Au-Pair in Irland im County Wicklow. Meine Familie hat drei Kinder, 2, 5 und 7 Jahre. Sie leben in einem ländlichen Teil von Irland. Wie wurde ich Au-Pair? Ich habe mich dafür entschieden mit einer Agentur eine Familie zu finden. Die Agentur selbst fand ich über das Buch "Als Au-Pair ins Ausland" von Susanne Caudera-Preil. Dort habe ich meine Bewerbungsunterlagen vorgelegt, den Bewerbungsbogen aus dem Internet, eine Charakterreferenz, eine Kinderbetreuungsreferenz, ein Gesundheitsattest, mehrere Fotos und meine Zeugnisse. Danach hatte ich telefonischen Kontakt und es fand sich eine passende Familie. Nachdem ich deren Bewerbungsunterlagen gelesen hatte und sehr ansprechend fand, habe ich der Agentur meine Zustimmung mitgeteilt. Meine Aufgaben als Au-Pair: Hauptsächlich kümmere ich mich um die drei Kinder Sam (2), Zoe (5) und Lucy (7). Die Eltern sind beide berufstätig. Morgens helfe ich den Kindern sich für die Schule fertig zu machen. Dann verbringe ich meinen Vormittag mit Sam, da die Mädchen in der Schule sind. Ich spiele, male, lese Bücher mit ihm und gehe spazieren. Die Vormittage kann ich frei gestalten. Einmal wöchentlich besuche ich eine Krabbel-Gruppe mit ihm. Zur Mittagszeit bereite ich ein kleines Mittagessen, wie beispielsweise Nudeln mit Soße zu. Dann treffen nacheinander die Mädchen von der Schule ein. Zweimal wöchentlich hole ich auch Zoe von der Schule ab. Nachmittags helfe ich den Kindern bei den Hausaufgaben. Danach haben wir etwas Zeit, um miteinander zu spielen. Die Mädchen nehmen nachmittags diverse Aktivitäten, wie Ballett, Sport und Kunst usw. wahr, zu denen ich sie manchmal fahre. Desweiteren wasche ich die Wäsche der Kinder. Als Gegenleistung wohne ich bei der Familie in einem eigenen Zimmer und erhalte wöchentlich 100 Euro Taschengeld.
Meine Erfahrungen: In meiner Familie gefällt es mir richtig gut. Die Eltern waren von Anfang an sehr nett zu mir und haben mich mit offenen Armen aufgenommen. Ich fühle mich als Teil der Familie. Auch mit den Kindern verstehe ich mich sehr gut. Selbstverständlich gibt es auch ab und zu Meinungsverschiedenheiten und kleine Konflikte, die sich jedoch schnell lösen lassen. Als Au-Pair bekommt man einen Einblick in die Kultur des Aufnahmelandes. Zweimal wöchentlich besuche ich einen Englisch-Kurs, den ich für sehr wichtig erachte. Dort kann ich nicht nur mein Englisch verbessern, sondern lerne auch andere Au-Pair`s kennen.
Zum Thema Heimweh: Die ersten zwei Wochen waren die Schlimmsten, bis ich mich etwas eingelebt hatte. Aber jetzt vergeht die Zeit so rasend schnell, da bleibt nur selten Zeit für ein bisschen Heimweh. Ich kann es sehr empfehlen ins Ausland zu gehen - ich habe meine Entscheidung keine Sekunde bereut.
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