Das Fach "SPP Integrative Erziehung" wird im 2. Schuljahr der Vollzeitausbildung gelehrt. Integration meint laut Definition die Ausbildung einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft mit einem Einbezug von Menschen, die aus den verschiedensten Gründen von dieser ausgeschlossen (exkludiert) und teilweise in Sondergemeinschaften zusammengefasst werden.
Die Definition zeigt, dass der Integrationsbegriff auf eine Vielzahl von Menschen in der Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern angewandt werden kann.
Einen Themenschwerpunkt stellt hierbei die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund dar. Laut Statistischem Bundesamt lebten in Deutschland zum 31.12.2009 6,69 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund aus insgesamt 186 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen.
Deshalb ist es für angehende ErzieherInnen in diesem Zusammenhang unerlässlich, sich mit dem Thema Migration auseinanderzusetzen.
Wie kann die Integration dieser Menschen gelingen? Welche Anforderungen werden an Deutschland als Aufnahmegesellschaft gestellt? Wie können Erzieherinnen und Erzieher in den pädagogischen Einrichtungen günstige Bedingungen für Toleranz und Offenheit schaffen? Wie entstehen Vorurteile, Intoleranz und Diskriminierung von Fremden und wie kann in der konkreten pädagogischen Arbeit präventiv gehandelt bzw. interveniert werden?
Im Rahmen der praktischen Leistungsnachweise werden unter anderem folgende Aspekte der Migration behandelt:
- Leben in der "Parallelgesellschaft"
- Interkulturelle Spiele
- Antirassistische Erziehung
- Vorstellung interkulturelle Projekte
- Zweisprachige Erziehung / Bilingualität
- Kulturelle Besonderheiten in Italien / in der Türkei etc.
Der zweite Schwerpunkt beschäftigt sich mit der Integration von Menschen mit Behinderung. Ca. 6,9 Millionen Menschen in Deutschland gelten als "schwerbehindert". "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" heißt es im Artikel 3 Absatz 3 unseres Grundgesetzes.
Wie kann diese gesetzliche Vorgabe im konkreten pädagogischen Handeln berücksichtigt werden?
Die Studierenden bearbeiten den Integrationsbegriff im Hinblick auf Menschen mit Behinderung unter anderem mit folgenden Themenstellungen:
- Anforderungen an ErzieherInnen in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung
- Diskriminierung von Menschen mit Behinderung
- Kommunikationshilfen für Menschen mit Behinderung
- Familiensituation – Kind mit Behinderung
- Vorstellung sonderpädagogischer Konzepte am Beispiel Skandinaviens
- Sexualpädagogische Ansätze in der Arbeit mit Kindern / Jugendlichen mit geistiger Behinderung und deren Anforderungen an ErzieherInnen und Eltern.
Neben der Vermittlung von Theoriekenntnissen wird in beiden thematischen Schwerpunkten die Erweiterung der Handlungskompetenz der Studierenden forciert. Dies erfolgt unter anderem mit Hilfe von Rollenspielen und anschließenden Reflexionen, sowie der Diskussion von Begrifflichkeiten der jeweiligen Thematik.
Die folgenden Bilder entstanden bei einem Leistungsnachweis zum Thema "Kommunikationshilfen": Die Bilder zeigen verschiedene elektronische Kommunikationshilfen mit Sprachausgabe, den so genannten "Talkern". Sie ermöglichen dem Nutzer (Mensch mit Behinderung) ein aktives Eingreifen in Gespräche und spontane Äußerungen von Gefühlslagen.