Die Psychologie als Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen ist an den Fachakademien für die Erzieher-Ausbildung ein zentrales Grundlagenfach: Erziehung bedeutet immer Umgang mit Menschen. Voraussetzung dafür ist ein reflektierter Umgang, der über das oft alltagspsychologisch verfälschte Handeln hinausgeht und deshalb psychologisches Wissen, Theorien und Handlungsansätze voraussetzt. Dazu gehören z.B. die Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, um Abweichungen vom Entwicklungsverlauf erkennen zu können. Dazu gehören auch Kenntnisse der Wahrnehmungspsychologie, um überhaupt objektiv beobachten und vorurteilsfrei handeln zu können. Schließlich sind zentral für die erzieherische Arbeit und Handlungskompetenz Prozesse der Kommunikation und Interaktion. Auch dafür bietet die wissenschaftliche Psychologie einen theoretischen Handlungsrahmen, den es auf das entsprechende Arbeitsfeld zu übertragen gilt.
Hier gilt für den Unterricht der Grundsatz: Theorie ist nicht ohne Praxis und professionelle Praxis nicht ohne fundierte Theorie denkbar.
Schwerpunkte im Schuljahr 2008/2009 waren zunächst Anwendungsmöglichkeiten der neueren Lernforschung im Hinblick auf „hirngerechtes Lernen“. Im weiteren Verlauf dann psychologische Kommunikationstheorien und schließlich die Entwicklungspsychologie und deren praktische Bedeutung für die Erzieherausbildung: Eine gezielte Förderung bestimmter Kinder oder spezifischer Fähigkeiten setzt immer eine möglichst genaue Kenntnis des aktuellen Entwicklungsstandes voraus. Alle an der Erziehung beteiligten Personen müssen einen geschulten Blick dafür entwickeln, welche Kinder noch keinen altersgerechten Entwicklungsstand erreicht haben. Dazu dienen Entwicklungsüberprüfungen in Tageseinrichtungen, die mit den Eltern besprochen werden müssen (z.B. Die „Entwicklungsbeobachtung und -dokumentation“ nach Petermann et. al., Cornelsen Scriptor 2008, eine Arbeitshilfe für Fachkräfte).
Dipl.-Psych. Klaus Eder